Richard Hawley – Ladie’s Bridge (2007)

Der Roy Orbison von Sheffield liefert klassische Pop-Perlen ab,Lady'S Bridge

Lady’S Bridge

Rating: ★★★★½

Richard Hawley setzt hier seine Folge von gitarrenorentierten Alben mit klassischen Popsongs fort. Das hört sich ähnlich wie bei seinem Vorgängeralbum “Cole’s Corner” elegant an und klingt sehr nach einer langsamen Version von Roddy Frame und Aztec Camera. Mit der typisch britischen Melancholie und dem kühlen und sonoren Gesang seiner vollen Baritonstimme erinnert Hawley auch an Terry Hall, den großen alten Mann des englischen Popsongs.

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Paul Butterfield Blues Band (1965)

Meilenstein des “Großstadtblues” und virtuose Vorlage für jede Bluesband,
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Rating: ★★★★★

Die Paul Butterfield Blues Band aus Chicago spielte mit diesem Album vor 42 Jahren (!) einen Meilenstein des Blues-Rock ein und lieferte damit eine Vorlage für unzählige spätere Bands von den Blues Brothers über Clapton, Yardbirds bis hin zu zahllosen Kneipenmuckern, welche die genialen Riffs von Mike Bloomfield an der Gitarre und die harte, präzise Rhythmusarbeit zum Teil 1:1 heute noch kopieren.

Der moderne, klare Sound von Telecaster und Mundharmonika, die sparsamen und treibenden Drums, der beseelte Gesang von Paul Butterfield und über allem eine Mundharmonika vor dem Herren – eine so exzellente Band hört man immer wieder gern. Eine gelungene Zusammenstellung von Eigenkompositionen von Butterfield/Bloomfield und bekannte Titel wie “Mojo Working” u.a. von bekannten Blues Interpreten wird so treibend und mit so viel Virtuosität eingespielt, dass es trotz des historischen, etwas höhenarmen Sounds die helle Freude ist. Ein Muss für jede Sammlung. Und klingt besser als 90 % der späteren Bands in diesem Bereich.

David Lindley & El Rayo-X – Live (1983)

Mr. Dave ohne Plattenvertrag und mit tollen Live-Sets,
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Rating: ★★★★½

Wer wie David Lindley genial auf allen Saiteninstrumenten spielt und mit El Rayo-X eine wirklich gute Band hat, verkauft noch lange nicht viele Alben. Nachdem die herausragenden ersten beiden Alben sich nicht genug verkauften, verloren Meister und Band ihren Plattenvertrag und tourten durch diverse californische Clubs. Die zum Teil auf Compact-Cassette aufgenommenen (!) Gigs sind das Material für diese CD, die zunächst in einem kleinen Berliner Label erschien und mittlerweile nur noch als Import-CD erhältlich ist. Schade:

Druckvolle, überschäumend lustige Live-Darbietungen aus den beiden ersten Alben der Band und obskure Nummern wie “Wooly Bully” machen beim Hören Spaß und gute Laune. Vor allem William “Smitty” Smith mit seinem skurril dünnen Plastikorgel-Sound und die souveräne Rhythmusgruppe um Ian Wallace und Jorge Calderon machen mächtig Druck und Mr. Dave selbst sorgt für erlesenste Saitenarbeit. Mit dem ganz gut restaurierten, aber etwas dünnen Klangbild kommt das noch impulsiver rüber als auf den Studio-Alben und macht mächtig Spaß. Und für Freunde der Lap-Steel, Hawai- oder Sonstwie-Gitarren ohnehin ein Muss…

Jeff Beck – die Nachtigall mit dem Marshall Turm

Jeff Beck - die Nachtigall mit dem Marshall Turm

Eben war ich in der Zitadelle Spandau und habe Jeff Beck mit seiner kleinen Band gesehen und gehört. Im Vorprogramm spielte der Blues-Man Buddy Guy mit seiner Band.

Jeff Beck ist unglaublich. Es war das musikalisch beeindruckendste Konzert für mich seit vielleicht einem Jahr und Alexander Schlippenbach.

Und der eher hausbackene Routinier Eric Clapton, den ich vor einigen Jahren in der Waldbühne hören durfte, ist im Vergleich dazu der gute Mucker von der Tanzband im Gasthaus Zenner.

Fleetwood Mac’s Gitarrist macht Akustik-Pop

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Rating: ★★★★½

Wer das reduzierte, immer klar strukturierte Gitarrenspiel und die erlesene Kompositionen von Lindsey Buckingham von Fleetwood Mac nicht genau beobachtet hat, ist hier überrascht: Akustische Gitarren, absolut virtuos und ausdrucksvoll gespielt, übereinander geschichtet zu kleinen Pop-Sinfonien in der britischen Tradition von Terry Hall, Al Steward und Paul McCartney. Hier zeigt sich, dass Buckingham das melodische abwechslungsreiche und feinsinnige Gegengewicht zu der gut geölten Rhythmusmaschine Mick Fleetwood/John McVie bei Fleetwood Mac war.

Das klingt, als wäre Brian Wilson mit der Elite der britischen Pop-Musiker unterwegs gewesen, um das ultimative Pop-Gitarrenalbum einzuspielen. Einfach überragend. Ich liebe britischen Pop auf diesem Niveau. Mehr davon!

Paradise And Lunch – 30 Jahre alt und richtig perfekt

Überragendes Frühwerk des Musikforschers und Gitarristen Ry Cooder,

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Rating: ★★★★★

Ein Meilensteinalbum des großen Ry Cooder: Die Auswahl der (fremden-) Songs ist wie immer exotisch und sehr abwechslungsreich. Zwei überragend perfekt und lebendig eingespielte Traditionals (der Eisenbahn-Song “Tamp Em Up Solid” und das gospelig-vertrackte “Jesus On The Mainline”) wechseln sich ab mit virtuosen und seelenvoll interpretierten Coverversionen, wie dem verspielten Reggae “It’s All Over Now” von Womack/Womack.

Instrumental und musikalisch absolut brilliant: Fette Bässe (Produzent Russ Titelman spielte einen sehr groovigen E-Bass ein) auch von Bläsern (Tuba kommt gut bei Tänzen!), treibende Drums von Jim Keltner und Milt Holland und eine abwechslungsreiche, energische und im Gegensatz zu heutigen Produktionen Cooders ultra-präzise Gitarre.

Ein perfekt ausgewogenes und sehr transparentes Klangbild (Tonmeister Lee Herschberg) stellt jedes Instrument gleichwertig in den Raum. Und wie die gut aufgelegten Sänger um Bobby King und Russ Titelman den Songs Gospel- und Soul-Feeling mit auf den Weg geben – das ist eine Produktion, die auch heute noch frisch und absolut modern klingt.

Mein persönliches Highlight neben dem Opener “Tamp Em Up Solid” ist übrigens das Cover “Ditty Wah Ditty” am Schluss. Wie Ry Cooder hier allein mit mit dem eleganten Pianisten Earl Hines und seinen perlenden, präzisen Pianofiguren ein lustiges Nonsense-Lied zum Grooven bringt, das ist in dieser Besetzung wohl einmalig. Tolle und abwechslungsreiche Musik mit einem Sahnesound – was will man mehr?

Überragendes “Ausprobieralbum” der Van Halens,

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Rating: ★★★★½
Ich bin unter die ganz harten Partyrocker gegangen und höre Van Halen. Das wäre noch keine Meldung. Die Meldung ist: Schön ist es mit dieser Band und ihren lauten Gitarren. Kein Wunder: Zwei Brüder mit klassischer Musikausbildung, einer davon möglicherweise der abwechslungsreichste und interessanteste Rockgitarrist der Welt (zusammen mit Jeff Beck) und dann noch ein Musikstil, der über alle Genres hinweg geht, wirklich nichts auslässt und damit meinen eigenen musikalischen Vorlieben sehr entgegenkommt. Zutiefst bürgerlich wegen der technischen Schwierigkeiten und irrwitzigen Vielfalt, anspruchsvoll und immer etwas rüpelhaft – da fühle ich mich doch gleich angesprochen. Aber zum Thema:

Auf den ersten Blick ist dieses Album ein Chaos: Ganze 31 Minuten kurz, nur 5 eigene Stücke der Band und ein breiter Mix von Musikstilen: Vaudeville, Stadion-Rock, sogar Bar-Jazz wird geboten.

Die Band zeigt ihre Stärken gleich im Opener, “Where Have All The Good Times Gone”, einem Ray Davies Cover: Kompakter Sound, brutal präzise Rhythmusarbeit, witziger Gesang im “Punk-Unisono” Stil und eine Gitarre vor dem Herren. Nach einer Speed-Rock Nummer “Hang ‘em High”, einem brillianten, musikalisch wie technisch beeindruckenden Solo “Cathedral” Van Halen’s, an dem Johann Sebastian Bach seine Freude gehabt hätte, kommt dann ein weiteres Highlight: “Secrets” ist ein Song mit pulsierenden Bässen, treibenden Drums und leisen feinen Power-Akkorden und klingt wie “Police” auf Hochglanz. Nach “Intruder”, einer genialischen Feedback-/Geräusch-Orgie kommt dann mit direkter Überleitung “Pretty Woman” von Roy Orbison in der Version, die wir immer hören wollten: Ganz kompakt, mit großartigen rhythmischen Verschiebungen. Bei “Dancin In The Street” wird (anders als in der sehr konventionellen Version von Jagger und Bowie) der gesamte Song von einem durch Delay wiederholten Gitarrenfigur zusammen gehalten – interessant.

Mit “Little Guitars”, eingeleitet durch ein etwas bemüht virtuoses Solo auf der Konzertgitarre, werden New-Wave Anleihen durch den Hardrock-Wolf gedreht. “Big Bad Bill..”, ist reiner Vaudeville-Jazz – ein packender Song von Bix Beiderbecke, entdeckt wahrscheinlich von dem kurz vorher erschienenen Album “Jazz” des großen Ry Cooder. Da beschränkt sich Eddie Van Halen ganz darauf, eine absolut bediente Rhythmusgitarre zu schlagen, so präzise und groovend wie ein 60jähriger Zigeunerjazzer. Und nicht ein einziges Gitarrensolo hier! Eine kleine Referenz an Cooder, dessen Gitarrenarbeit und Soli auf dem Original einfach überragend sind. David Lee Roth zeigt hier bereits, dass Vaudeville-Jazz sein Fach ist. “Happy Bug” ist ein VHtypischen Kracher. Klingt wie Allman-Brothers auf Speed. Und das Album schließt mit einer witzigen, gelungenen kleinen Acapella-Nummer im Barbershop-Stil. Van Halen ist eben auch eine absolut amerikanische Band und da gehört Barbershop auch mal dazu.

Van Halen wollten mit diesem Album ganz offensichtlich Experimente wagen Richtung Pop und Jazz und leiten damit über zu dem überragenden Album “1984″. Gelungen! Wenn musikalisches Ausprobieren so gekonnt und interessant daher kommt, bin ich gerne dabei.

Van Halen – Diver Down (1982)

Überragendes “Ausprobieralbum” der Van Halens, 17. Juni 2007

Rating: ★★★½☆

Auf den ersten Blick ist dieses Album ein Chaos: Ganze 31 Minuten kurz, nur 5 eigene Stücke der Band und ein breiter Mix von Musikstilen: Vaudeville, Stadion-Rock, sogar Bar-Jazz wird geboten.

Die Band zeigt ihre Stärken gleich im Opener, “Where Have All The Good Times Gone”, einem Ray Davies Cover: Kompakter Sound, brutal präzise Rhythmusarbeit, witziger Gesang im “Punk-Unisono” Stil und eine Gitarre vor dem Herren. Nach einer Speed-Rock Nummer “Hang ‘em High”, einem brillianten, musikalisch wie technisch beeindruckenden Solo “Cathedral” Van Halen’s, an dem Johann Sebastian Bach seine Freude gehabt hätte, kommt dann ein weiteres Highlight: “Secrets” ist ein Song mit pulsierenden Bässen, treibenden Drums und leisen feinen Power-Akkorden und klingt wie “Police” auf Hochglanz. Nach “Intruder”, einer genialischen Feedback-/Geräusch-Orgie kommt dann mit direkter Überleitung “Pretty Woman” von Roy Orbison in der Version, die wir immer hören wollten: Ganz kompakt, mit großartigen rhythmischen Verschiebungen. Bei “Dancin In The Street” wird (anders als in der sehr konventionellen Version von Jagger und Bowie) der gesamte Song von einem durch Delay wiederholten Gitarrenfigur zusammen gehalten – interessant.

Mit “Little Guitars”, eingeleitet durch ein etwas bemüht virtuoses Solo auf der Konzertgitarre, werden New-Wave Anleihen durch den Hardrock-Wolf gedreht. “Big Bad Bill..”, ist reiner Vaudeville-Jazz – ein packender Song von Bix Beiderbecke, entdeckt wahrscheinlich von dem kurz vorher erschienenen Album “Jazz” des großen Ry Cooder. Da beschränkt sich Eddie Van Halen ganz darauf, eine absolut bediente Rhythmusgitarre zu schlagen, so präzise und groovend wie ein 60jähriger Zigeunerjazzer. Und nicht ein einziges Gitarrensolo hier! Eine kleine Referenz an Cooder, dessen Gitarrenarbeit und Soli auf dem Original einfach überragend sind. David Lee Roth zeigt hier bereits, dass Vaudeville-Jazz sein Fach ist. “Happy Bug” ist ein VHtypischen Kracher. Klingt wie Allman-Brothers auf Speed. Und das Album schließt mit einer witzigen, gelungenen kleinen Acapella-Nummer im Barbershop-Stil. Van Halen ist eben auch eine absolut amerikanische Band und da gehört Barbershop auch mal dazu.

Van Halen wollten mit diesem Album ganz offensichtlich Experimente wagen Richtung Pop und Jazz und leiten damit über zu dem überragenden Album “1984″. Gelungen! Wenn musikalisches Ausprobieren so gekonnt und interessant daher kommt, bin ich gerne dabei.

Wes Montgomery – der Gitarrist mit dem schnellen, knappen Spiel

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Wes Montgomery war vielleicht der erste moderne und “funky” spielende E-Gitarrist. Er spielt ziemlich schnell, stoppt die Noten, sorgt für viel Groove und hat mit seinem excellenten Timing jeden gespielten Song in eine andere Liga gehoben.

Im Gegensatz zu den späteren Krach- und Effektorgien der Gitarristen ist dies “E-Gitarre pur”: Reine Melodien, wenige scharfe Akkorde und niemals Gedudel. Ein gelungener Sampler auch mit bekannten Songs und Standards, der beim Hören auch Nicht-Gitarristen Spaß macht.

Rolling Stones – Sticky Fingers

Yes – The Stones can rock: Eines der besten Gitarren-Rock Alben, 29. April 2007

Rating: ★★★★★

Ich bin kein Stones-Fan und werde auch keiner mehr. Aber mit diesem Album und dem ebenfalls fantastischen “Exile On Main Street” setzten die ehemals britischen Blues-Rocker Maßstäbe:

Mit “Sway”, “Brown Sugar” und “Can’t You Hear Me Knocking” wird die Sparte Blues-Rock bedient, dass es eine Freude ist. Krachende Riffs, pumpender Bass und ein energischer Sänger lassen keinen Zweifel aufkommen, in welche Richtung dieses Album marschiert. Keith Richards bedient die Rhythmusgitarre so vorbildlich, dass bestimmt 10 Jahre lang alle Gitarristen dieser Welt versuchten, solche Grooves aufzubauen.

Auch die Sparte “traditioneller Blues” wird angemessen bedient: “Sister Morphine” bleibt ein vorbildlicher Song mit feiner Instrumentierung und “You Gotta Move” ist ein gelungener Zwitter zwischen Hymne und Slow-Blues. Und mit “Dead Flowers” wird sogar die Sparte Country-Rock auf hohem Niveau bedient.

Amerikanischer und urwüchsiger haben die Stones wohl nie geklungen. Und zeitloser auch nicht.

The Allman Brothers – One Way Out Live At The Beacon (2004)

Wahnsinnig gutes Ensemblespiel einer geschrumpften Band, 10. März 2007

Rating: ★★★★☆

Die Allman Brothers Band lebt – und wie! Ja, es ist tatsächlich wie ein Wunder, wenn eine wirklich gute Band nach Ihrer “großen Zeit” vor 35 Jahren noch musiziert. Duane Allman, der stilbildende Gitarrist und der ebenfalls überragend gute Bassist der Originalbesetzung sind tot. Beide können nicht vollständig ersetzt werden. Das in heutigen Ohren doch recht zeitgeistige Gegniedel des früheren Gitarristen Richard “Dicky” Betts werde ich jedenfalls nicht vermissen. Statt dessem übernimmt Greg Allman, ein charismatischer Sänger und origineller Keyboard mit seinen auch neuen Kompositionen das Ruder und steuert mit einer einer ansonsten komplett erneuerte Band in dieses Jahrtausend.

Und die Band marschiert wie ein geschmeidiges Uhrwerk. Mit den Brüdern Trucks (Derek mit seinen erst 28 Jahren an der bedienten Slidegitarre und Butch, der an den Drums für einen unglaublich geschmeidigen und komplexen Rhythmus sorgt) wurde bestmöglicher Ersatz für die alten Bandmitglieder gefunden.

2 Drummer ergänzen sich mit einem auch sehr gediegenen Bassisten zu einer unglaublich kompakten Rhythmusmaschine. Eine Band, die mitten im 4/4 Rocksong auf locker geshuffelten 3/4 mit Swing-Feeling “umsteigt”, wie hier zu hören ist – das ist einfach toll. Das Repertoire ist großartig. Die Hits der Band wie “Whipping Post” haben bis heute nichts an Originalität und Klasse verloren. Und auch die neueren Kompositionen von Greg Allman überzeugen.

Im Vergleich zu modernen Blues-Epigonen wie Eric Clapton mit ihrem oft statischen Feeling ist dies einfach die Champions-League. Das singt und groovt wie die Hölle von Alabama und wird nicht eine Sekunde langweilig. Durch die im Vergleich zu den Alben der 70er verbesserten Instrumente (die Drums und Becken hören sich abwechslungsreicher an, die Bässe druckvoller und die Gitarren zerren nicht so bemüht wie vor 35 Jahren) bekommt der Sound noch eine Verbesserung mit.

Da stört es wenig, dass Duane Allman einfach noch ausdrucksvoller und “heißer” gespielt hat. Und dass die 8-Minuten Soli der Band auch heute manchmal etwas lang werden.

Pat Metheny haut live seine eigene “Best-Of” raus

Rating: ★★★★☆

Pat Metheny haut hier mit zwei famosen jungen Musikern als Live-Trio ein Art Retrospektive seines eigenen Werkes raus und wagt sich auch an anspruchsvolle Fremdkompositionen. Energetisch, experimentierfreudig und wirklich livehaftig kommen Stücke aus seinen tollen Frühwerken “Bright Size Life” und “American Garage” ebenso wie spätere Stücke.

Und Alles klingt wie neu: Durch das grollende, abwechslungsreiche Spiel von Grenadier am akustischen Bass und spannende, fiese kleine Rhythmusattacken des Drummers bekommen die Stücke Form und Farbe. Ein wunderbares Beispiel für konzertanten Jazz im Trio. Und auch für Pop-Freunde gut hörbar.

Anspieltipp: “James” – wie dieser schlagerhaft schöne Standard durch die Live-Mangel gedreht wird, das hat Klasse.

Grateful Dead – The Very Best Of

Liebevolle “Best Of” – gelungenes Remastering

Es ist nicht jede/r ein “Dead Head”. Und die weniger harten Fans dieser zauberhaften Band finden hier eine schöne Zusammenstellung des umfangreichen Gesamtwerks. Anspieltip: “Franklin’s Tower” – einen heftigeren Groove wird auch der jüngere Musikhörer kaum so schnell wieder finden.

Hervorzuheben ist der durchsichtige und differenzierte Sound des Albums; das Remastering wurde offenbar sehr professionell gemacht. Druckvolle und durchhörbare Bässe, sauber gestaffelte Gitarren und schön räumlich gestaffeltes Schlagwerk zeigen sehr schön, wie fließend und homogen diese Band musizierte. Und dass Grateful Dead schon vor 30 Jahren mit aufwändiger Bühnentechnik guten Sound machten, hört man hier sehr deutlich. Und wer dann auf den Geschmack gekommen ist, dem empfehle ich “Working Man’s Dead”, die wohl beste Country Platte einer Rockband überhaupt.

Volkhochschulkurs in Jazz mit Spaßfaktor

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Rating: ★★★½☆

Ry Cooder tut hier, was er immer tat: Vergessene Volksmusik entdecken. Und landet beim Jazz von Jelly Roll Morton und Bix Beiderbecke sowie hawaianischen Hochzeitsmärschen. Mit ungewöhnlicher Instrumentierung (Tuba, Klarinetten, Vibraphon und viel Gebläse), elegantem Acoutic-Guitar Spiel und einem perfekten Gesangsquartett für die Vocalparts (man höre nur “Nobody”) entsteht hier eine musikalisch andere Welt – Jazz mit vielen Synkopen, seltsamen Arrangements und witzigen Texten (“Shine”). Ein fast schon erzieherischer Ansatz. Bis auf den völlig unbekannten Gitarristen Spence, dessen wilde Synkopen Cooder als Gitarristen sehr beeinflusst haben, sind alle Komponisten der Titel verstorben. Aus den Liner-Notes Cooders erfahren wir viele Details zu Komponisten und Werk. Das ist liebevoll gemacht fast wie eine Fan- oder Klassikedition.

Dem Popfreund wird es nicht gefallen. Und doch ist dies eine der ersten “Pop-Jazz” Platten, technisch perfekt gemacht mit hohem Repertoirewert. Versuchen Sie mal, gute Aufnahmen von Bix Beiderbecke zu bekommen. Und die erlesene Songauswahl wie etwa das lustige und aufwändig arrangierte “Big Bad Bill” sorgen für Langzeitwert. Und dieses Album hat Gesangsparts vom anderen Stern. Sänger Bobby King und sein Vocalquartett sorgen für Gänsehaut mit ihren warmen, weichen und enorm druckvoll gesungenen Parts

Verschollene Coverversionen frisch auf den Tisch,

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Musik: Rating: ★★★★★ Sound Rating: ★★★☆☆

Ry Cooder lebt von und mit der Gitarre. Aber sein eigentlicher Job lässt sich besser als “Musikforscher” beschreiben. Wie er auf diesem Album völlig obskure Coverversionen (wie beispielsweise “Little Sister”, eine im Original völlig lahme Nummer von Elvis) mit flexiblen, eleganten Gitarrenparts (überragend: Sideman David Lindley), funkigem Bass (Tim Drummond) und elegantem Schlagzeug (Jim “BleibLocker” Keltner) anreichert, das hat Klasse.

Das verzweifelte, oberauthentische “I Can’t Win” mit grandiosem Satzgesang, das gospelhafte, vertrackt synkopierte “Trouble, You Can’t Fool Me” ebenso wie das düster-treibende “Down In Hollywood” (mit Chaka Khan als Backgroundsängerin) – jeder Song hat schon nach zwei Takten eine eigene Stimmung, Stil, perfekte Interpretation und Klasse. Jeder Song garantiert besser als das Original. Mit solchen Alben empfiehlt sich der Sessionmusiker für Top-Jobs.

Absolut ergreifend und versteckt ganz in der Mitte das rein instrumentale, ruhige und sanft schunkelnde “I Think It’s Going To Work Out Fine”: Besser kann ein einfaches kleines Volkslied nicht interpretiert werden.

Ein Ausnahmealbum mit extremem Langzeitwert wegen der ungewöhnlichen, abwechslungsreichen Songauswahl und der perfekten Interpretation.

Einziges Manko: Dies war angeblich das erste Digitalalbum bei einer Major-Plattenfirma überhaupt. Und das hört man leider (dünne Höhe, manchmal leichte Verzerrungen, farblose Mitten). Aber egal – Sound und Interpretation sind immer noch über fast jeden Zweifel erhaben.